Richtig Blutzuckermessen
Ursachen für abweichende Messwerte
Bestimmt haben Sie Ihre selbst ermittelten Blutzuckerwerte auch schon mit den Ergebnissen aus einem medizinischen Labor oder einem anderen Messgerät verglichen. Oft führen abweichende Werte dann zur Verunsicherung. Doch meist beruhen unterschiedliche Ergebnisse nicht auf einem Gerätedefekt, sondern haben handfeste Ursachen:
- Um Blutzuckermessungen vergleichen zu können, müssen die Blutentnahmen exakt zur gleichen Zeit durchgeführt und möglichst derselbe Blutstropfen verwendet werden. Denn gerade bei Diabetikern können sich die Blutzuckerwerte innerhalb weniger Minuten stark ändern.
- Handelsübliche Geräte zur Blutzuckerselbstbestimmung arbeiten in der Regel mit Vollblut, also mit einem unveränderten Blutstropfen, wie man ihn nach dem Lanzettenstich erhält. Medizinische Labors hingegen bestimmen die Glukose gemäß dem Standard der Weltgesundheitsorganisation im Blutplasma (Blut ohne Blutkörperchen) oder auch im Blutserum (nicht gerinnbares Plasma). Da sich die Glukose nur im wässrigen Teil des Blutes löst, die Blutkörperchen jedoch einen erheblichen Anteil am Blutvolumen ausmachen, fällt die Glukosekonzentration im Plasma bzw. Serum immer höher aus - ohne dass irgendwo ein Messfehler vorliegt. Viele Hersteller (z.B. Abbott Diabetes Care) haben ihre Blutzuckermess-Systeme bereits so programmiert, dass sie plasmaähnliche Werte wie Laborgeräte anzeigen. Bei Messsystemen, die den Blutzucker als Vollblutwert ermitteln, kann es jedoch zu Abweichungen gegenüber den vom Labor ermittelten Werten kommen.
- Während Sie sich am Finger, Unterarm etc. Blut aus feinen Kapillaren entnehmen, gewinnt der Arzt normalerweise Blut aus der Armvene. Im venösen Blut ist die Glukosekonzentration jedoch insbesondere nach dem Essen geringer als in den Kapillaren.
- Wie bereits erwähnt, sind einige Blutzuckermessgeräte auf Vollblut, andere auf Plasma kalibriert. Deshalb gilt: Verwenden Sie niemals unterschiedliche Geräte, um die Genauigkeit ihrer Blutzuckermessungen zu beurteilen. Die Zuverlässigkeit Ihres Gerätes kann letztlich nur mit den dafür vorgesehenen Kontrolllösungen (siehe Abschnitt "Wozu Kontrolllösungen?") oder einer qualitätskontrollierten Laborreferenzmethode überprüft werden.
- Wie allen Messverfahren werden auch Blutzuckerkontrollgeräten Genauigkeitstoleranzen zugestanden. Als Abweichungen sind in Deutschland +/- 16 % gegenüber der Labormethode zugelassen (internationaler Standard: +/- 20 %). Dies entspricht z.B. bei einem Blutzuckerwert von 100 mg/dL einer Spanne von 116 bis 84 mg/dL.
- Worauf es bei der Blutzuckerselbstkontrolle ankommt
- Wann und wie oft messen?
- Wie funktioniert ein Blutzucker-Messgerät?
- Bevor Sie loslegen....
- Kleines 1 x 1 der Blutzuckermessung
- Den Blutstropfen gekonnt "hervorlocken"
- Andere Körperstellen nutzen
- Mit Teststreifen richtig umgehen
- Wozu Kontrolllösungen?
- Ursachen für abweichende Messwerte
- Das "Blutzucker-Langzeitgedächtnis"






