Typen des Diabetes mellitus und ihre Behandlung
Typ-1 Diabetes: Hauptursache meist Autoimmunerkrankung
Es gibt eine Vielzahl verschiedener Diabeteserkrankungen, wobei der Typ-1 Diabetes (ca. 5 % aller Erkrankten in Deutschland) und der Typ-2 Diabetes (ca. 95 % aller Erkrankten in Deutschland) vorherrschen.(1) Fachleute haben ebenso die Vorstufe der Typ-2-Erkrankung im Visier, die als gestörte Glukosetoleranz bezeichnet wird.
Menschen mit einem Typ-1 Diabetes sind fast immer normalgewichtig. Bei ihnen liegt eine Autoimmunerkrankung als Hauptursache vor, die zu einer Zerstörung der insulinproduzierenden Zellen in der Bauchspeicheldrüse (Beta-Zellen) führt. Dieser Prozess kann über mehrere Jahre laufen. Die genauen Hintergründe werden noch erforscht. Erst wenn 80 bis 90 % der Beta-Zellen zerstört sind, entwickelt sich der dann dramatisch verlaufende Typ-1 Diabetes. Alle rund 550.000 betroffenen Menschen in Deutschland benötigen sofort eine Insulintherapie, um zu überleben.
Erkrankung altersunabhängig
Der Typ-1 Diabetes kann in jedem Alter auftreten, die Zahl der älteren Betroffenen nimmt hier stetig zu. Bezeichnete man früher den Typ-1 aufgrund der hohen Betroffenenrate im ersten Altersdrittel auch als juvenilen Diabetes, so sind heute viele Betroffene bei Erkrankungsbeginn sogar älter als 35 Jahre. (2) In unserem Land sind rund 18.000 Kinder und Jugendliche von dieser Krankheit betroffen. Bei ihnen kommt es besonders häufig zu starken Schwankungen des Blutzuckers mit einem erhöhten Risiko für eine Stoffwechselentgleisung mit teilweise lebensbedrohlichen Symptomen wie der diabetischen Ketoazidose.
Gefahr der falschen Diagnose
Die Entwicklung eines Typ-1 Diabetes im höheren Lebensalter (Experten sprechen von einer Spätmanifestation) ist nicht unproblematisch für die richtige Diagnose und die sich daraus ableitende korrekte Behandlung. Häufig kommt es zu einer Fehldiagnose und der Betroffene wird als Typ-2 Diabetiker mit einer Diät oder Tabletten behandelt. Diese Patienten benötigen jedoch sofort eine Insulintherapie. Um hier keine Zeit zu verlieren, empfehlen viele Fachleute, bei Menschen in der Altersgruppe über 35 Jahren zusätzliche Laboruntersuchungen durchzuführen. Handelt es sich um einen Typ-1 Diabetes, sind fast immer Antikörper gegen die Inselzellen der Bauchspeicheldrüse im Blut nachweisbar.
(1) Deutsche Diabetesgesellschaft, 2006
(2) H. Hauner, Diabetesepidemie und Dunkelziffer, Deutscher Gesundheitsbericht 2007, 7-11





