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Typen des Diabetes mellitus und ihre Behandlung

Typ-2 Diabetes und Gestationsdiabetes

Ca. 80 bis 90 % der Europäer und Amerikaner mit einem Typ-2 Diabetes sind übergewichtig. Bis vor wenigen Jahren sprachen Mediziner vom so genannten "Alterszucker", da sie die Krankheit überwiegend bei Menschen ab dem 60. Lebensjahr feststellten. Aktuelle Zahlen aus Deutschland zeigen, dass in der Gruppe der über 70-Jährigen jeder Vierte betroffen ist.

Ausgelöst durch ungesunde Ernährungs- und Bewegungsgewohnheiten entwickeln auch immer mehr Kinder und Jugendliche einen Typ-2 Diabetes und das mit einer geradezu erschreckenden Geschwindigkeit: So sind in den USA bereits drei von fünf Kindern übergewichtig (BMI 25 bis 30) oder adipös (BMI über 30). Es besteht für diese beiden Gruppen ein erhöhtes Risiko, dass sich eine Insulinresistenz entwickelt, die in der Pubertät noch um bis zu 30 % verstärkt wird.

In verschiedenen westlichen Ländern beobachteten Forscher eine Steigerung des Typ-2 Diabetes bei Kindern und Jugendlichen um das 10fache. Auch die Prognose ist für die Gruppe der betroffenen Kinder und Jugendlichen deutlich schlechter als für Erwachsene: Folgeerkrankungen insbesondere an den Nieren stellen sich etwa dreimal so schnell ein! Aus diesen Gründen fordern Experten eine konsequente Gesundheitserziehung, eine bessere Früherkennung und eine strikte Therapie bei den jungen Patienten.

Insgesamt leben in Deutschland ca. 7 Millionen Typ-2 Diabetiker. Die Dunkelziffer liegt jedoch deutlich höher. In der Altersgruppe der 55-74jährigen kommt aktuell auf jeden bekannten Diabetiker eine Person mit einer bisher nicht diagnostizierten Zuckerkrankheit. Studienergebnisse aus Deutschland zeigen zudem, dass in diesem Lebensalter weitere 16 % eine frühe Störung des Zuckerstoffwechsels haben, die als Prädiabetes bezeichnet wird. Insgesamt sind somit 40 % der Bevölkerung in dieser Altersgruppe von Diabetes oder Prädiabetes betroffen. (2)

Gestationsdiabetes

©Andrea Bucurescu/ PixelioUnter einer Vielzahl weiterer spezieller Diabetesformen ist der Gestationsdiabetes besonders zu beachten. Denn die Schwangerschaft geht mit einer deutlichen Belastung des Stoffwechsels der Mutter einher. Durch verschiedene Schwangerschaftshormone steigt der Insulinbedarf an. Wenn die Schwangere diesen erhöhten Bedarf nicht durch eine höhere Insulinproduktion ausgleichen kann, steigt der Blutzuckerspiegel höher als üblich an. Man spricht von Schwangerschaftsdiabetes. Bis zu 5 % der Schwangeren sind davon betroffen. Zu den begünstigenden Risikofaktoren zählen das Alter und Gewicht der werdenden Mutter sowie eine eventuelle erbliche Vorbelastung.  Nach der Geburt wird dann wieder weniger Insulin benötigt und in der Regel normalisiert sich der Blutzuckerspiegel wieder.

(2) H. Hauner, Diabetesepidemie und Dunkelziffer, Deutscher Gesundheitsbericht 2007, 7-11

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