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Blutzuckermessen unterwegs

Endlich Urlaub! Dem Alltagsstress entfliehen und viel Neues erleben. Doch gerade die ersehnte Abwechslung von der täglichen Routine kann für Diabetespatienten einige Tücken bereithalten. Wenn Sie sich jedoch gut auf Ihre Reise vorbereiten und Ihre Zuckerwerte regelmäßig im Blick behalten, können Sie mögliche diabetesbedingte Probleme von vorneherein vermeiden. Mit unseren Tipps zeigen wir Ihnen, wie sie mit der richtigen Blutzuckerselbstkontrolle Ihren Urlaub ganz entspannt genießen können.

Gut vorbereitet starten

Reisestress, Zeitverschiebung, mehr Bewegung und ungewohnte Kost sorgen dafür, dass der Blutzuckerspiegel im Urlaub mehr schwankt als sonst. Daher sollten Sie auf Reisen Ihren Blutzucker häufiger messen. Packen Sie sich dementsprechend doppelt so viele Teststreifen ein, wie Sie normalerweise für den gleichen Zeitraum benötigen würden. Verteilen Sie diese außerdem auf mehrere Gepäckstücke, nur für den Fall, dass ein Koffer abhanden kommt. Denken Sie beim Verstauen des Gepäcks daran, dass Hitze, Kälte und Feuchtigkeit die Teststreifen unbrauchbar machen können.

Wenn Sie ins Ausland fahren ist es sinnvoll, ein Ersatzgerät dabeizuhaben. Vergessen Sie die Ersatzbatterien nicht und denken Sie auch an Ihre Stechhilfe und Ihr Blutzuckertagebuch.

Bei Reisen mit Zeitverschiebung gilt es bei der Blutzuckerkontrolle die Zeitabstände im Auge zu behalten. Hilfreich sind hier Messgeräte mit programmierbarer Alarmfunktion, die regelmäßig an Ihre Messung erinnern. Die Zeitverschiebung beeinflusst natürlich auch die Insulindosierung, die Sie vorher mit Ihrem Arzt absprechen sollten.

Mit dem Auto sicher ankommen

Wenn Sie mit dem Auto in den Urlaub fahren ist es am wichtigsten, Unterzuckerungen am Steuer vorzubeugen. Kontrollieren Sie schon vor Fahrtantritt Ihren Blutzucker. Gönnen Sie sich unterwegs regelmäßige Pausen, um ausreichend zu trinken, Zwischenmahlzeiten einzunehmen und um die Blutzuckerwerte zu checken. Dokumentieren Sie Ihre Werte gut, denn im Falle eines Unfalls kann es nötig sein, eine Stoffwechselentgleisung anhand Ihrer Aufzeichnungen auszuschließen.

Kalkulieren Sie Staus mit ein und halten Sie dafür genügend Traubenzucker oder gesüßte Getränke bereit. Lassen Sie Ihre Diabetes-Utensilien nie im Handschuhfach oder in der prallen Sonne unter Heck- oder Windschutzscheibe liegen!

Im Flieger öfters messen

Im Flugzeug sollten Diabetiker alle 2-3 Stunden ihren Blutzucker überprüfen, der durch stundenlanges Sitzen und den Flugstress deutlich höher als normal liegen kann. Daher gehören ihre Messutensilien – wie natürlich auch das Insulin – auf Flugreisen unbedingt ins Handgepäck. Im Frachtraum herrschen außerdem Minusgrade, die den Teststreifen, aber auch dem Insulin schaden können. Um Schwierigkeiten bei der Sicherheitskontrolle durch die Spritzutensilien zu vermeiden ist es hilfreich, eine ärztliche Bescheinigung  über den benötigten Diabetesbedarf parat zu haben.

In der Luft verdreifacht sich der Wasserbedarf.  Achten Sie daher auf eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr. Alkohol ist im Flieger nicht zu empfehlen, denn seine Wirkung ist durch den reduzierten Luftdruck erhöht und führt schneller zu unerwartetem Blutzuckerabfall. Messen Sie dann lieber einmal zuviel als zu wenig. Auf die Messergebnisse können Sie sich selbst in großer Flughöhe verlassen. Moderne Messgeräte liefern auch dann korrekte Werte. Sollten diese dann doch einmal zu niedrig sein, helfen Traubenzucker, Kekse oder Trockenobst aus dem Handgepäck.

Wenn exotische Genüsse locken

In fremden Ländern warten die kulinarischen Spezialitäten am Büfett, deren Einfluss auf den Blutzucker nur schwer vorherzusagen ist. Um herauszufinden, wie der Körper auf die ungewohnten Nahrungsmittel reagiert, sollten Sie 1-2 Stunden nach dem Essen Ihre Zuckerwerte prüfen. Gerade für Insulinpatienten ist es hilfreich, sich bereits im Vorfeld über Broteinheiten (BE) von landesüblichen Speisen zu informieren. Das Internet bietet hier zahlreiche Listen.

Auch körperliche Aktivitäten gestaltet man im Urlaub anders als zu Hause. Bewegungsmuffel entdecken das Mountainbiken, die Citytour dauert 2 Stunden länger als geplant und der Freizeitsportler liegt lieber faul am Strand. Das bringt natürlich die Werte durcheinander. Beachten Sie auch, dass bei hohen Temperaturen die körperliche Reaktion auf Insulin verstärkt wird, so dass der Blutzucker schneller sinkt. Da bleibt nur, diesen einmal mehr zu checken. Dafür gilt auch hier: Messgerät und Teststreifen griffbereit, aber temperaturgeschützt verstauen und Müsliriegel oder Äpfel für unterwegs einpacken!

Und denken Sie daran: Bleiben Sie gelassen und probieren Sie Ungewohntes einfach aus! Ihre Werte müssen nicht immer perfekt sein! So wird Ihr Urlaub bestimmt zur schönsten Zeit des Jahres.

Quellen (www.diabetes-ratgeber.net; www.curado.de)